Die Dynamik und der Wandel in der Dampf-Industrie sind schwindelerregend. Kaum eine Woche, in der nicht eine Handvoll neuer Produkte auf den Markt gelangen, seien dies Verdampfer, Mods, Tröpfler, Drip-Tips, Aromen, Basen oder E-Liquids. Angesichts dieser Überschwemmung des Marktes erstaunt es nicht, dass viele Vaper dem sog. „Haben-Will-Virus“ (HWV) verfallen.
Versucht man Beispiele für ähnliche Entwicklungen in anderen Branchen zu suchen, so könnte man geneigt sein, die Computer-Branche Anfang der 00er Jahre heranzuziehen. Damals galt ein PC bzw. Laptop bereits wenige Wochen nach dem stolzen Erwerb als veraltet, da sofort wieder ein neuer, viel schnellerer Prozessor auf den Markt kam oder die Speicherkapazität um ein vielfaches zunahm. Im Gegensatz zur Computer-Branche kommt bei der Dampf-Industrie erschwerend hinzu, dass sie im einen in hoch politisiertem Umfeld regulatorischer Unberechenbarkeit und Willkür bestehen muss.
Jedem Akteur in der Dampf-Branche dürfte bewusst sein, dass diese „Sturm und Drang“-Phase eines unendlich scheinenden Wachstums irgendwann einer Konsolidierungsphase weichen muss. Davon dürften wir allerdings noch weit entfernt sein. Geht man vorsichtshalber davon aus, dass „nur“ jeder zweite Raucher ein potentieller Dampfer ist, dann kann man getrost davon ausgehen, dass die Branche – was die Marktdurchdringung angeht – noch in den Kinderschuhen steckt.
Umso spannender ist es, sich vorzustellen wie die Zukunft des Dampfens aussehen wird, wenn sich diese Genussform in der Gesellschaft endgültig durchgesetzt und die Branche sich stabilisiert hat.
Hier unsere Thesen:
- Dampfen wird bis spätestens 2025 das Rauchen als dominante Form der Nikotinaufnahme abgelöst haben. Ab 2025 werden mehr Menschen regelmässig dampfen als rauchen.
- Reine Online-Stores werden weiter an Bedeutung verlieren, wohingegen die Zahl der Offline-Fachgeschäften weiter stark anwachsen wird. Wir gehen davon aus, dass praktisch jede Stadt bzw. jedes Einzugsgebiet mit über 15‘000 Einwohnern über ein solches Fachgeschäft verfügen wird. In Städten mit über 50‘000 Einwohner wird es mehrere Fachgeschäfte geben, wobei mindestens eines sehr zentral gelegen sein wird. Es wäre nicht auszuschliessen, dass nach Insmoke weitere Ladenketten entstehen (analog Mobil Zone in der Mobilfunkbranche oder GameStop in der Videospielbranche).
- Der harte Wettbewerb bei Hardware-Produzenten (E-Zigaretten, Verdampfer, Mods, usw.) wird zum grossen Schmelzen der Margen führen. Ein paar Grossunternehmen werden sich den überwiegenden Anteil des Marktes unter den Nagel reissen. Luxushersteller werden allerdings weiterhin erfolgreich eine Nischenstrategie betreiben. Der zukünftige Zustand ist zu vergleichen mit der aktuellen Mobiltelefon-Branche.
- Die Entwicklung bei den Liquids wird massgeblich davon abhängen, ob, wann und unter welchen Bedingungen die Produktion und der Verkauf von nikotin-haltigem E-Juice im Rahmen einer Regulierung erlaubt werden wird. Wir gehen davon aus, dass Hersteller gesetzlich verpflichtet sein werden, ein solches Liquid nach Sorte und Nikotinstärke gegen ein erhebliches Entgelt zu prüfen und zu registrieren, bevor sie es auf den Markt bringen. Dies wird eine erhebliche Hürde für potentielle neue Hersteller darstellen. Folglich wird die Zahl der Anbieter und der angebotenen Sorten stark abnehmen. In diesem Szenario würden die Preise der Liquids stabil bleiben.
- Die schweizerische Regulierung wird weitreichend, aber wesentlich pragmatischer sein wie die TPD2 (z.B. keine Begrenzung auf 10ml Flaschen), wodurch die Schweizer Vape-Branche über einen Vorteil gegenüber ihren Kollegen im EU-Raum verfügen wird.
Das ist unsere Prognose. Was seht Ihr in eurer Kristallkugel?
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Euer SQ-Team